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Die Stadtgeschichte von Frankfurt (Oder) und Słubice
Frankfurt
13. & 14. Jahrhundert Stadtwappen von Frankfurt/Oder
um 1226 Am günstigsten Übergang über die Oder in Norddeutschland kreuzen sich im Mittelalter bedeutende Handelsstraßen, z.B. Paris-Aachen-Berlin-Frankfurt (Oder)-Warschau-Moskau, Prag-Frankfurt (Oder) -Berlin, Budapest-Krakau-Frankfurt (Oder)-Berlin, die Frankfurt (Oder) zur Drehscheibe im Ost-West Handel machen. Kaufleute und Handwerker aus dem niederrheinisch- westfälischen Raum gründeten eine Kaufmannssiedlung. Sie besitzen das Niederlagsrecht, d.h. alle Waren mussten 3 Tage zum Verkauf 'niedergelegt' werden.
1253 Markgraf Johann I. von Brandenburg als neuer Landesherr verleiht Frankfurt Stadtrecht. Die Stadt ist nach Süden zu erweitern (Rathaus, St. Marienkirche entstehen), eine Brücke ist über den Fluß zu schlagen.
um 1260 Berlin gibt der jungen Stadt das Magdeburger Recht.
1300 Eine starke Backsteinmauer mit zwei im Westen vorgelagerten Wassergräben umschließt eine großzügige Stadtanlage. Die Niederlagshäuser, das Rathaus und wesentliche Teile der Marienkirche sind aufgebaut. Es besteht ein Franziskanerkloster.
1341/1350 Offener Widerstand gegen die Machenschaften des Bischofs von Lebus, als dieser die reiche Stadt in seine Gewalt zwingen will. 15. & 16. Jahrhundert
1430 Frankfurt (Oder) ist Mitglied der Hanse, des den nordosteuropäischen Handel beherrschenden Städtebundes. 3 Jahrmärkte entwickeln sich zu Messen.
1502 Martin Tretter druckt das erste uns überlieferte Buch. Bis 1540 ist Frankfurt die einzige ständige Druckerstadt in der Mark.
1506 Gründung der ersten brandenburgischen Landesuniversität Alma mater Viadrina in Frankfurt.
1515 Erste weltliche Theateraufführung "Amphytrion" von Plautus.
1518 Der Ablassprediger Johann Tetzel promoviert an der Viadrina. Hier entstehen die 106 Gegenthesen zu den 95 Thesen Luthers. Gegen die Wittenberger Konkurrenz kann sich die Frankfurter Hochschule bis zur Einführung der Reformation 1539 nur schwer halten.
1525 Im Jahre 1525 wurde Frankfurt auf dem Hansetag in Lübeck als "abgedankt" betrachtet.
1530 Der Arzt und Philosoph Prof. Jodocus Willich gründet die erste deutsche bürgerliche Musiziergemeinschaft, das "collegium musicum".
1549 Gründung der Druckoffizin Johann Eichhorn des Älteren, die bis 1642 unter seinem Enkel Johann dem Jüngeren bestand und den Notendruck im Nordosten Deutschlands einführte.
1586-1589 Michael Praetorius, Komponist und Musiktheroretiker, wirkt als Organist an St. Marien.
1593-1613 Bartholomäus Gesius, bekannter Komponist protestantischer Kirchenmusik, hat das Kantorat der Marienkirche inne. 17. & 18. Jahrhundert
1622-1644 Die Einwohner der Stadt leiden unter den Durchzügen und Einquartierungen der Söldnertruppen des 30jährigen Krieges.
1631 Die Schweden unter Gustav II. Adolf stürmen und plündern die Stadt. Nach dem 30jährigen Krieg hat Frankfurt von 13000 nur noch 2366 Einwohner, von denen 1001 nicht steuerfähig waren (1653).
1669 Eröffnung des Oder-Spree-Kanals, einer direkten Verbindung zwischen Oder und Elbe 17 km südlich von Frankfurt. Die Stadt verliert ihre Bedeutung als Stapelplatz. Eine Garnison wird nach Frankfurt verlegt.
1734-1738 Carl Philipp Emanuel Bach studiert an der Viadrina.
1734-1738 Friedrich der Große verliert im Siebenjährigen Krieg die Schlacht bei Kunersdorf vor den Toren der Stadt. Russische Truppen unter Soltikov besetzen die Stadt, arretieren den Bürgermeister und stellen hohe Reparationsforderungen.
1766 Der Rechtsprofessor Joachim Georg Darjes gründet eine "Gelehrte Gesellschaft zum Nutzen der Künste und Wissenschaften".
1777 Heinrich von Kleist wird geboren. 19. Jahrhundert
1806-1813 Zeit der französischen Fremdherrschaft. Der Beginn der Befreiungskriege in Frankfurt ist in Fontanes Roman "Vor dem Sturm" literarisch verarbeitet.
1811 Verlegung der Frankfurter Universität nach Breslau.
1815 Frankfurt wird Sitz der Neumärkischen Regierung und eines Oberlandesgerichtes.
1842 Eröffnung der Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt.
1846 Eröffnung der Eisenbahnlinie Frankfurt-Breslau.
1855 Höhepunkt der Messetätigkeit. In diesem Jahr wurden zu den 3 Messen insgesamt 272.345 Zentner Waren, wie Baumwolle, Tuche, Leinwand, Wolle, Leder und Pelzwerk nach Frankfurt (Oder) zum Verkauf gebracht. Über 27.000 "Meßfremde" besuchten die Messen.
1898 Frankfurt erhält ein Elektrizitätswerk und eine elektrische Strassenbahn. Etwa gleichzeitig entsteht ein Krankenhaus und die Baugewerbeschule. Baubeginn der Hauptpost und des Regierungsgebäudes jetzt Europa-Universität Viadrina. 20. Jahrhundert
1908-1910 Bau des Realgymnasiums.
1919 Die Reichsbahndirektion Osten wird nach Frankfurt verlegt. Anfang der zwanziger Jahre planmäßiger Ausbau der Stadt (Paulinenhof).
1934-1939 Ausbau der Frankfurter Kasernen.
1945 Am 27. Januer 1945 wird die Stadt von den Faschisten zur Festung erklärt, entsprechend ausgebaut und die Bevölkerung evakuiert. Nach Artilleriebeschuß und Bombardements marschierte am 23. April 1945 die Rote Armee in Frankfurt ein. Durch weitere Brandlegung brannte die Innenstadt fast völlig nieder. Das Potsdamer Abkommen vom August 1945 sah auch eine Neuregelung der deutsch-polnischen Grenzziehung vor. Die Dammvorstadt wurde integraler Bestandteil Polens (jetzt Słubice).
1951 Nach jahrelangen Enttrümmerungsarbeiten beginnt mit der Grundsteinlegung am 1. Mai 1951 der Wiederaufbau der Bahnhofsstraße bzw. der Innenstadt.
1957 Gründung des Halbleiterwerkes Frankfurt (Oder) mit bis zu 8000 Beschäftigten (1990) Gründung des Museums Viadrina.
1961 Beginn der Neubebauung Winzerring und Frankfurt-Süd.
1967 In der ehemaligen Fransiskaner Klosterkirche wird am 11. März 1967 das erste Konzert durchgeführt, die vollständige Umgestaltung zur Konzerthalle wurde 1978 beendet.
1969 Gründung der Kleist-Gedenk-und-Forschungstätte.
1978 Restauration des Rathauses beendet. 725-Jahrfeier der Stadt.
1979 Beginn der Restaurierung der St. Marienkirche. Wohngebiete, wie Frankfurt-Nord, Nordost, Süd, Neuberesinchen sind entstanden bzw. im Bau. Ca. 75% des Wohnungsbestandes der Stadt entsteht nach dem 2.Weltkrieg.
1988 Der Funktionsbau an der Konzerthalle "C.Ph.E. Bach" wird fertiggestellt.
1989 40 000 Frankfurter demonstrieren am 1. November mit dem "Neuen Forum" für die Wende.
1991 Gründung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).
1993 Eröffnung des Oderturms und der Oderturmpassagen.
1995 Auf dem Hallenumgang der St. Marienkirche wird der größte Vollholzdachstuhl dieses Jahrhunderts in Deutschland gezimmert.
1996 Fertigstellung der historischen "7 Raben" am Rathaus.
Die oben dargestellten Informationen basieren auf den Internetseiten der Touristeninformation und der Stadt Frankfurt (Oder). Besten Dank für die Erlaubnis die Daten auf dieser Seite darstellen zu dürfen.
Słubice
Stadtwappen von Słubice
Im Jahr 1253 fand das Gebiet östlich der Oder erstmals schriftlich in einem offiziellen Dokument Erwähnung. Darin wurde Frankfurt (Oder) Stadtrecht verliehen und zugleich festgelegt, dass der Bürgermeister Frankfurts sowohl Rechte westlich als auch östlich der Oder besitzt. Das Gebiet bildete, als Frankfurter Dammvorstadt, einen Stadtteil Frankfurts.
Der Name Słubice wurde dem Ort erst nach Ende des zweiten Weltkriegs verliehen. Ende 1939 lebten hier 15.600 Menschen. Während des Krieges wurden jedoch nicht nur 30% der Stadt zerstört, sondern wurde auch ein Großteil der Bevölkerung umgesiedelt. Mit der Umwandlung der Ortschaft von einer Deutschen in eine Polnische, siedelten sich jedoch schnell polnische Bürger an. Heute zählt die polnische Grenzstadt 16.900 Einwohner. Heutzutage gibt es kaum alte Gebäude oder Denkmäler in Słubice. Die meisten älteren Gebäude wurden Ende des XIX. bzw. Anfang des XX. Jahrhunderts errichtet. Anfangs war Słubice Sitz des Kreises Rzepin, wurde allerdings ein paar Jahre später in den Kreis Słubice umgewandelt.
Im Jahr 1993 unterzeichneten Słubice und Frankfurt eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit der beiden Städten, woraus bis jetzt zahlreiche Projekte entstanden sind.
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